Volvo cx90 in Weiss probefahren, Testbericht zum Thema Kindersicherheit
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Sicher ans Ziel - Darauf kommt es beim Autofahren mit Kindern an

26/07/2017 von Berit

Wir starten zu einer Landpartie mit dem passenden Auto und fragen bei Volvo Cars Deutschland nach, worauf beim Thema Kindersicherheit im Auto zu achten ist

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Ein Auto ist in der Stadt für mich eigentlich kein Thema. Wir haben keins und wir brauchen keins. Nur im Sommer habe ich immer wieder das Bedürfnis, mobiler zu sein. Einfach mal raus zu fahren, spontan, ins Grüne. Gerade jetzt mit zwei Kindern und jeder Menge Gepäck ist man ohne Auto einfach nicht ganz so flexibel. Deshalb musste auch in diesem Sommer dringend eine geräumige Familienkutsche her für unser alljährliches Family-and-Friends-Wochenende in der Uckermark. Im letzten Jahr sind wir noch mit dem Zug aus Berlin raus gefahren, aber dieses Mal hatten wir einfach zu viel Gepäck, um bequem reisen zu können. Babybett, Kinderwagen, Laufrad, Spielsachen, Bettwäsche, Handtücher, Getränke, Essen,…

Dabei soll das perfekte Familienauto für mich nicht nur groß sein, sondern auch für die Kinder genügend Sicherheit bieten. Deshalb auch meine Idee, zusammen mit Volvo zur Landpartie zu starten. Ich bin schon Fan der Marke, seit ich in den letzten 10 Jahren jedes Jahr nach Schweden gereist bin. Dort gehört ein Volvo einfach zum skandinavischen Lebensgefühl dazu. Die Schweden lieben ihre Familie, die Sicherheit und ihren treuen Begleiter, der ihnen in jeder Wetter- und Wegelage zur Seite steht. Deshalb war der Volvo XC90 auch der perfekte Begleiter für unsere kleine Tour raus aus der Stadt. Wir haben ihn nicht nur vollpacken können als wären wir 2 Wochen statt 4 Tage unterwegs, sondern sind mit ihm auch bequem bei Wind und Wetter über Stock und über Stein gefahren.

Ich müsste jetzt eigentlich etwas über die 320 PS, Geartronic Achtgang-Automatikgetriebe, Abstandsregelsystem, Lane Change Merge Aid, Panoramaschiebedach oder Bedienung per Touch Screen erzählen, aber dafür verstehe ich einfach viel zu wenig von Autos, um das alles hier authentisch rüber zu bringen. Ich bin eine Frau und Mutter und gehe natürlich auch an diese Sache ganz anders und vor allem ein wenig emotionaler ran.

Dieses Auto ist ein Raumschiff, eine schwebende Untertasse, in der man das Gefühl hat, dass einem nichts und niemand etwas anhaben kann. Ein sicherer Kokon, das die ganze Familie und den halben Hausstand im Handumdrehen zum Ziel bringt – ein Auto, das fast von alleine fährt. Ich war beim ersten Anblick fast ein bisschen eingeschüchtert von der Größe des Wagens, der mit Sicherheit kein Cityflitzer ist. Sitzt man aber erst einmal erhöht und erhaben auf dem Beifahrersitz, fühlt man sich direkt rundum wohl und fährt und bedient ganz intuitiv. Als das Auto leider nach einer Woche wieder abgeholt wurde, habe ich ihm traurig und leise Auf Wiedersehen nachgeflüstert. ICH, EINEM AUTO! Aber es war wirklich Liebe auf den ersten Blick. So viel zu mir der emotionalen Seite unserer Landpartie.

Doch ging es mir eigentlich um noch sehr viel mehr. Wer als Eltern mit seinen Kindern Auto fährt, der will nicht mehr oder weniger, als seine Kinder sicher zum Ziel zu bringen. Das war auch für Volvo immer schon der höchste Anspruch. Die wenigsten wissen, dass wir der schwedischen Automarke den Dreipunkt-Sicherheitsgurt und auch intensive wissenschaftliche Forschung zum Kindersitz zu verdanken haben. Seit Jahrzenten verfolgt Volvo ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, das stetig weiterentwickelt wird und auf ganz eigenständigen Grundpfeilern beruht. Auch wenn ich selbst beim Fahren schon viele Dinge direkt ausprobieren und erfahren konnte, hat mir Michael Schweitzer, Leiter Produkt-Kommunikation für Volvo Cars Deutschland, noch ein paar Dinge dazu ausführlich erklärt.

Wie versucht Volvo in seinen Modelle das Thema Kindersicherheit besser umzusetzen als andere Autobauer, um als “Familienauto“ weiter Vorreiter zu bleiben?

Alle Eltern wollen ihre Kinder so gut wie möglich schützen: im Auto und überall sonst. Dennoch erleiden auch heute noch Kinder bei Autounfällen schwere oder sogar tödliche Verletzungen, weil ihr Kindersitz nicht richtig befestigt wurde, weil das verwendete Rückhaltesystem nicht für Alter, Gewicht und Größe des Kindes geeignet war oder weil sie überhaupt nicht gesichert waren. Das Problem ist dabei häufig einfach Unwissenheit. Diese führt etwa dazu, dass Eltern den Kindersitz nicht korrekt befestigen oder den Sicherheitsgurt falsch anpassen. Oder dass sie ihr Kind schon im Alter von einem oder zwei Jahren in einem vorwärts gerichteten statt in einem rückwärts gerichteten Sitz transportieren.

Volvo kennt sich sowohl beim Thema Kindersitze als auch bei der Automobilentwicklung aus. Diese Kompetenz nutzt das Unternehmen, um integrierte Kindersitzkissen für die hinteren Sitze zu entwickeln sowie die Standardisierung und die Zusammenarbeit zwischen der Automobilindustrie und den Kindersitzherstellern voranzutreiben. Wir als Hersteller haben hierbei natürlich einen großen Vorteil, denn wir können direkt in der Fahrzeugentwicklung das Thema Kindersicherheit entsprechend berücksichtigen, wir testen die Rückhaltesysteme, die integrierten Kindersitze und auch die normalen Kindersitze zusammen mit unseren Fahrzeugen sowohl in Simulationen als auch in echten Crashtests und darüber hinaus verfügen wir über eine große Datenbank bestehend aus Daten, Fakten und Erkenntnissen echter Unfälle.

Seit den frühen 1970er Jahren sammelt und untersucht das Team der Volvo Verkehrsunfallforschung Daten von Verkehrsunfällen in Schweden mit Beteiligung relativ neuer Volvo Modelle. In dieser Datenbank wurden bis heute mehr als 42.000 Unfälle mit Beteiligung von insgesamt mehr als 70.000 Menschen gesammelt. Eine einzigartige Quelle für Forscher, die mehr über das Thema Kindersicherheit erfahren wollen.

Mehr als 7.000 Kinder im Alter bis 15 Jahren waren seit 1976 in Unfälle involviert, die sich in der Volvo Unfalldatenbank finden. Im gleichen Zeitraum ist die Nutzung von Sicherheitsgurten und Kindersitzen erheblich gestiegen: von 20 Prozent im Jahr 1976 auf fast 100 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Das Risiko eines Kindes, als Insasse eines Fahrzeugs verletzt zu werden, ist in dieser Zeit kontinuierlich gesunken –was der zunehmenden Verwendung von Rückhaltesystemen ebenso zu verdanken ist wie der verbesserten Fahrzeugsicherheit.

Entscheidend für die Sicherheit der Kinder beim Autofahren ist es, dass ein für Alter, Größe und Gewicht des Kindes jeweils passendes Rückhaltesystem verwendet wird. Alle Volvo Tests, Forschungen und Daten aus den vergangenen 40 Jahren kommen zum gleichen Ergebnis: Die sicherste Art, in einem Auto zu reisen, ist entgegen der Fahrtrichtung. Daher ist die Einführung des rückwärts gerichteten Kindersitzes durch Volvo im Jahr 1972 ist ein Meilenstein auf dem Gebiet der Kindersicherheit. Schon fünf Jahre zuvor, vor 50 Jahren also, präsentierte Volvo den ersten drehbaren Autositz, in dem kleine Kinder rückwärts gerichtet transportiert werden konnten.

Prof. Lotta Jakobsson, Senior Technical Leader für Unfallvermeidung im Volvo Cars Safety Centre

W ir bei Volvo glauben, dass Automobilhersteller die Entwicklung von Sicherheitssystemen für Kinder als Teil des Fahrzeugentwicklungsprozesses sehen sollten. Kinder sind unsere Zukunft – und ihnen sollte, wenn es um Sicherheit geht, nur das Beste geboten werden.“

Prof. Lotta Jakobsson, Senior Technical Leader für Unfallvermeidung im Volvo Cars Safety Centre

Wo liegen die Vorteile eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes?

Von Anfang an braucht das Baby seinen eigenen Sitz - verankert, befestigt und entgegen der Fahrtrichtung installiert. Diese Babyschale bietet in den ersten Lebensmonaten einen guten Schutz für den neuen Erdenbürger. Dabei ist darauf zu achten, dass der Sitz immer die passende Größe für das Kind hat. Erreicht der Kopf des Babys den oberen Rand des Sitzes oder reicht sogar darüber hinaus, dann ist die Zeit für den Wechsel in einen größeren Sitz gekommen. Man kann auch schon früher in einen geeigneten Sitz wechseln; wichtig ist nur, dass er nach hinten gerichtet ist.

Babys und Kinder sind besonders verletzliche Passagiere –vor allem deshalb, weil ihre Köpfe im Vergleich zum Rest des Körpers besonders groß und schwer sind. So macht der Kopf eines neun Monate alten Babys 25 Prozent des gesamten Körpergewichts aus, während es bei einem Erwachsenen nur sechs Prozent sind. Auch die Proportionen des Kopfes sind bei einem Baby ganz anders als bei einem Erwachsenen: Das Gesicht ist im Vergleich zum Rest des Kopfes relativ klein.

Erleidet ein Baby oder Kind Kopfverletzungen, hat dies zudem aufgrund der noch dünnen Schädelknochen oft auch Verletzungen des Gehirns zur Folge. Diese sind in der Regel viel schwerwiegender als Gesichtsverletzungen. Darüber hinaus bestehen die Halswirbel eines Neugeborenen aus separaten, durch Knorpel verbundenen Knochen. Anders ausgedrückt: Das Skelett eines Babys ist noch weich. Im Laufe der ersten drei Lebensjahre bildet sich aus dem Knorpelgewebe Knochen. Dieses Verhärten von Knorpelgewebe setzt sich weiter bis zur Pubertät fort –ähnlich wie die allmähliche Entwicklung der Nackenmuskeln und -bänder. Im Laufe dieses Entwicklungsprozesses verändern die Halswirbel auch ihre Form: von einer horizontalen bei Kindern in eine Sattelform bei Erwachsenen. Diese Sattelform bedeutet auch, dass die Halswirbel ineinandergreifen und sich dadurch gegenseitig unterstützen, wenn der Kopf nach vorn geworfen wird. Jüngeren Kindern fehlt dieser zusätzliche Schutz.
Bei einem Frontalaufprall wird der Kopf eines nach vorn gerichteten Insassen mit erheblicher Wucht nach vorne geworfen. Das einzige, was den Kopf zurückhält, ist der Nacken. Bei einem Erwachsenen kann der Nacken dieser Belastung relativ gut standhalten, aber der Nacken eines kleinen Kindes kann das nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass Frontalkollisionen die häufigste und auch schwerste Unfallart sind, ist es sehr wichtig, dass kleine Kinder in rückwärts gerichteten Sitzen transportiert werden: zunächst in einer Babyschale, dann in einem sogenannten Reboard-Sitz. Die bei einem Frontalaufprall freigesetzte Belastung kann sich so dann auf den gesamten Rücken und Kopf des Kindes verteilen. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Belastung für den Nacken in einem vorwärts gerichtetem Sitz bei einem Frontalaufprall mit 54 km/H fast siebenmal höher sind, als die Kräfte, die der Nacken in einem in einem Reboarder auffangen muss.

Die positiven Folgen dieser Entwicklung lassen sich auch in Unfallstatistiken ablesen. So zeigen Zahlen des Versicherungsunternehmens Folksam, dass das Risiko, dass ein Kind bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt wird, in einem vorwärts gerichteten Sitz fünfmal höher ist als in einem entgegen der Fahrtrichtung montierten Sitz.

Warum so viele unterschiedliche Sitze im Laufe eines Kinderlebens? Wie verändert sich die Anatomie und wie passen sich darauf die Sitze an?

Babys und Kleinkinder benötigen bedingt durch Ihre kindliche Anatomie unterschiedliche Sitze. Die Babyschale für die Kleinsten, der Reboarder für Kinder bis zu einem Alter von ca. 4 Jahren. So ist immer gewährleistet, dass die Kinder perfekt geschützt sind. In Schweden werden diese Reboard-Sitze in der Regel auch für den gesamten Zeitraum fest auf dem Beifahrersitz montiert, was eine bessere Kommunikation des Fahrers mit dem Kind bietet. Bei zwei oder mehr Kindern, bietet es sich an, alle Kindersitze auf der Rückbank zu installieren. Ist der Nachwuchs dem rückwärts gerichtetem Kindersitz entwachsen  kann er mit dem Gesicht nach vorne reisen. Hier bieten sich integrierte Kindersitzerhöhungen oder portable Sitzerhöhungen an. Allerdings sollte immer auf eine korrekte Gurtposition geachtet werden. Erst ab einem Alter von ca. 10 Jahren und einer Körpergröße >140 cm kann auf einen Kindersitz verzichtet werden.

Auf den ersten Blick eine einfach zu beantwortende Frage, aber wie wird eigentlich richtig angeschnallt und warum ist das so wichtig?

Früher oder später wächst das Kind aus dem rückwärts gerichteten Kindersitz heraus –meist im Alter von drei oder vier Jahren. Dann ist es an der Zeit, mit dem Gesicht nach vorne im Auto zu reisen. Das Kind sitzt dann auf einer Sitzerhöhung mit oder ohne Rückenlehne bzw. einem Kindersitz, der zusammen mit dem Sicherheitsgurt des Fahrzeugs genutzt wird. Kind und Sitzkissen werden also stets durch die Sicherheitsgurte des Fahrzeugs gesichert. Einige Sitze lassen sich zusätzlich mit den ISOFIX Verankerungen verbinden. Manche Autos haben sogar integrierte Kindersitzkissen –auch in einigen Volvo Modellen ist diese besonders bedienfreundliche Form eines Kinderrückhaltesystems verfügbar.

Sitzerhöhungen mit Rückenlehne bieten gerade kleineren Kindern meist höheren Komfort und zusätzlichen seitlichen Schutz für den Oberkörper. Ein Seitenschutz im oberen Bereich der Rückenlehne liefert zusätzliche seitliche Unterstützung für den Kopf des Kindes, vor allem auch beim Schlafen. Eine integrierte Rückenlehne kann außerdem für einen komfortablen und sicheren Verlauf des Sicherheitsgurtes über der Schulter sorgen.

Einer der Gründe für das höhere Verletzungsrisiko von Kindern ist die Tatsache, dass das Becken noch relativ unentwickelt ist. Das gilt nicht nur für die Größe, sondern auch für die spezifische Beckenstruktur namens Beckenkamm, die bei Kindern noch nicht vollständig entwickelt ist. Die Größe und Form der Hüfte haben eine unmittelbare Auswirkung auf den Sitz des Gurtes: Bei einem Erwachsenen trägt die Form des Beckenkamms dazu bei, den Beckengurt bei einem Unfall unten zu halten und daran zu hindern, nach oben zu rutschen und die inneren Organe zu schädigen.

Bei Kindern ist die Beckenform bis zu einem Alter von etwa zehn Jahren noch relativ rund; seine eckigere erwachsene Form entwickelt der Beckenkamm nicht vor der Pubertät. Daher ermöglicht hier die Sitzerhöhung einen besseren Verlauf des Sicherheitsgurtes. Wenn der Beckengurt über die Oberschenkel geführt wird, sinkt die Gefahr, dass er bei einem Unfall mit dem Unterleib in Berührung kommt.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Vorrichtung für die Gurtführung: Die sogenannten Führungshörner halten den Gurt –und übrigens auch das Gurtkissen selbst –bei einem Unfall in Position. Bei integrierten Kindersitzkissen ist dieses Feature nicht notwendig. Die Sitzerhöhung sorgt zudem für eine aufrechtere Sitzposition mit angepasster Oberschenkelunterstützung, sodass das Kind nicht nach vorne rutscht, um eine bequemere Position für die Beine einzunehmen. Eine krumme Sitzhaltung würde hingegen die Gurtgeometrie beinträchtigen.

Wenn ein Kind mit dem normalen Sicherheitsgurt des Fahrzeugs angeschnallt wird, kommt es zudem auf die korrekte Gurtposition an. Dies ist der Hauptgrund für die Verwendung eines Gurtkissens: Es geht nicht darum, dass das Kind mehr sehen kann, sondern um einen optimalen Sitz des Anschnallgurts. Außerdem gilt: Je straffer der Gurt sitzt, desto höher der Schutz für das Kind.

Das Sitzkissen erhöht die Sitzposition des Kindes und verbessert damit den Verlauf des Beckengurtes. Dieser muss immer so tief wie möglich getragen werden: über der Hüfte oder den Oberschenkeln, niemals vor dem Bauch. Der diagonale Gurt sollte fest über Schulter und Brust verlaufen und idealerweise komfortabel auf der Schultermitte liegen. Nach dem Anschnallen des Kindes ist auf einen straffen Sitz des Gurtes zu achten.

Wenn der Gurt etwas dichter am Hals des Kindes liegt, mag das nicht allzu bequem aussehen, es schadet dem Kind im Falle eines Unfalls aber nicht. Wenn das Auto abrupt zum Stehen kommt, bewegt sich der Kopf des Kindes nach vorn und der Gurt bewegt sich Richtung Schulter. Viel höher ist hingegen das Verletzungsrisiko, wenn der Gurt zu weit außen auf der Schulter liegt. Dann besteht bei einem Unfall die Gefahr, dass er weiter den Arm hinunterrutscht. Dadurch steigt das Risiko eines Kopfaufpralls sowie von Verletzungen für Brust und Bauch. Befindet sich der Gurt zu weit unten am Arm, ist das Kind nicht optimal gesichert.

Unter keinen Umständen darf der diagonale Gurt unter dem Arm des Kindes verlaufen. Bei einem Unfall wäre der Oberkörper nicht angemessen gesichert. Dadurch steigt das Risiko eines Kopfaufpralls und dass der Gurt in die weicheren Bereiche von Brust und Bauch einschneidet. Das Verletzungsrisiko steigt auch deshalb, weil das menschliche Skelett im unteren Brustbereich schwächer ist als im oberen Bereich. Optimalen Schutz bietet der Sicherheitsgurt hingegen, wenn er über den stärkeren Körperteilen wie Becken, Brustkorb und Schulter verläuft. Es sollte auch niemals ein gewöhnliches Kissen oder Polster anstelle einer richtigen Sitzerhöhung verwendet werden. Ein normales Kissen ist zu weich und kann nicht ordentlich befestigt werden. Bei einem Unfall würde es einfach zusammengedrückt und das Kind würde unter dem Beckengurt hindurchrutschen.

Die positive Wirkung der Rückhaltesysteme lässt sich ganz klar in den Unfallstatistiken ablesen. Dabei kommt es naturgemäß auf die Art des Schutzsystems an. So bietet die Nutzung eines Erwachsenen-Sicherheitsgurts Kindern bis 15 Jahre einen rund 68 Prozent besseren Schutz vor mittleren bis schweren Verletzungen als wenn gar kein Rückhaltesystem verwendet wird. Bei Kindersitzerhöhungen/Gurtkissen sinkt das Verletzungsrisiko um 77 Prozent, bei der Nutzung von Reboard-Sitzen sogar um 90 Prozent. Dabei ist es wichtig, dass Kinder ein für ihr jeweiliges Alter, Gewicht und Größe passendes Rückhaltesystem verwenden.

 

 

* Vielen Dank an Volvo Cars Germany für die Kooperation und das sichere Fliegen auf 4 Rädern

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