interview mit cecile roederer, gründerin des onlineshops für kinder smallable
Kids Lifestyle

Meet Cecile Roederer - Die Smallable-Gründerin, Mutter und Unternehmerin im Interview

20/10/2015 von Berit

Was haben Französinnen, was wir nicht haben? Diese Powerfrau meistert Kind und Karriere vorbildlich und lässt mit ihrem Onlineshop für Kinder die Wunschlisten der Erwachsenen immer länger werden

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Gestern habe ich (wie jeden Tag) schon früh morgens meine Runde mit Kinderwagen gedreht, trotz strömendem Regen. Ich muss ausgesehen haben, wie ein Riesenbonbon – dicke, pinke Strickmütze und XXL-Regencape in Silber. Nicht wirklich sexy, aber berlinerisch funktional mit ein bisschen Style. Als mir diese Frau mit ihrer Tochter entgegen kommt…

Ich hätte schon von weitem so Einiges darauf verwettet, dass sie nur Französin sein kann. Bordeauxfarbene Stiefeletten, taillierter Lodenmantel, fliederfarbene Mohairmütze und knallrote Lippen. Ihre kleine Tochter ähnlich in Mantel und Stiefel gekleidet. Ich musste vor mich hin schmunzeln, als sie sich im Vorbeigehen auch wirklich auf Französisch unterhielten. So unterschiedlich kann der Weg zur also Kita aussehen.

Immer wieder diese französischen Mütter. Bücher werden über ihren Kleidungs- und Erziehungsstil geschrieben, aber so wirklich ist das Phänomen für mich nicht greifbar.

Auch Cécile Roederer ist solch eine Powerfrau. Die Französin und Gründerin des Onlineshops www.smallable.com weiß als Mutter und Unternehmerin anscheinend genau, wie der Hase läuft und vor allem, was Eltern und Kinder demnächst ganz dringend unter dem Weihnachtsbaum sehen wollen. Ein Blick in ihre Welt lohnt sich sowohl online, als auch heute mal hinter die Kulissen.

Smallable Gründerin Cecile Roederer mit Familie


Mit welchen Tricks hast du die ersten Monate mit Kind und Job überstanden? Was würdest du anders machen, wenn du noch mal in der Situation wärst?


Das ist eine Frage, die mir meine deutschen Freundinnen oft stellen. Wenn ich ehrlich sein darf, braucht man viel Zeit und muss sich sehr einsetzen, um seine eigene Firma zu gründen. Und wenn es sich dabei auch noch um einen Onlineshop handelt, ist alles noch viel komplizierter. Man muss sich sowohl mit dem Einkauf und der Logistik als auch mit Online-­Marketing auskennen. Während meiner Schwangerschaft habe ich mich gefragt, wie ich das Ganze packen soll. Auf Grund des ganzen Stresses musste ich mich durch und durch organisieren: ich habe mich unter anderem für Büros entschieden, die nur fünf Minuten von zu Hause entfernt sind und ich habe eine tolle Nanny gefunden. Die Einrichtung des Kinderzimmers hat mich natürlich nicht so gestresst ☺.

Trotz der vielen Arbeit habe ich mir aber immer Zeit genommen, um meinen Sohn und meinen Ehemann zu sehen. Mein Ehemann arbeitete damals als Freelancer und konnte sich somit auch gut organisieren. Wenn ich eines Tages wieder schwanger wäre, würde ich mir nach die Geburt ein wenig mehr Freizeit nehmen. Die ersten Tage nach der Geburt meines Sohnes waren echt schwierig.


Welche Tipps kannst du den Müttern mit auf den Weg geben, die neben dem Kind weder auf einen intensiven Job, noch auf die eigene Identität verzichten wollen?


Ich denke, ein Kind braucht vor allem Liebe und Aufmerksamkeit. Damit Kinder sich wohlfühlen, müssen sich auch die Eltern wohlfühlen, denn Kinder spüren die Emotionen der Eltern. Also versuchen wir glücklich zu sein, alles gut zu machen und bloß keine Schuldgefühle zu haben, wenn nicht alles perfekt funktioniert. Und um etwas pragmatischer zu werden, sich gut zu organisieren!

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Es wird viel geredet über den französischen Erziehungsstil. Dass ihr als Mütter irgendetwas anders und anscheinend besser macht. Kannst du dir vorstellen, was genau das ist?

Ich weiß nicht, ob französische Mütter etwas anders, besser oder schlechter machen als die anderen. Aber ich glaube, dass sie versuchen, das Mutter-­ und Frauenleben so gut wie möglich zu vereinbaren. Französische Mütter sind vielleicht etwas pragmatischer und wollen nicht das Mutter-­‐dem Frausein vorziehen. Ihnen ist beides wichtig. Wer in Frankreich ein Jahr lang aufhört zu arbeiten, um sich um sein Kind zu kümmern, wird nicht als Progressist gesehen. Im Fokus der Frauenforderungen stehen eher die Gleichheit des Lohnes, die Anerkennung weiblicher Kompetenzen (mehr Frauen in Führungspositionen), aber auch die Rolle des Vater innerhalb der Familie. Frankreich ist ein romanisches Land, in welchem noch vor kurzer Zeit (in der Generation meiner Eltern) die Frauen zu Hause geblieben sind, um sich um die Kinder zu kümmern. Dies  hat unsere Mentalität geprägt.

Als Onlineshop ist SMALLable natürlich eine sehr auf Konsum ausgerichtete Seite. Wie viel sollten Kinder davon mitbekommen und wie hältst du selbst Zuhause die Waage zwischen neusten Trends und innovativen Produkte für deinen Sohn und Nachhaltigkeit und auf der anderen Seite?

In Frankreich gibt es ein bekanntes Sprichwort: „Die Schuhmacher sind immer am schlechtesten beschuht“. Charles hat nicht mehr Kleider oder Spielzeuge als seine Freunde. Aber es stimmt, wenn ich meinem Sohn einen Parka kaufe, dann kaufe ich einen schönen, hochwertigen Parka wie die von Bellerose, Finger in the Nose oder Babe & Tess. Die Jacke trägt er dann aber auch den ganzen Winter. Ich glaube, die Leute verstehen, dass wenn sie eine teurere Jacke kaufen, die Qualität besser ist, das Produkt viel länger halt und man selbst am Ende auch zufriedener ist.

Welche Kategorie liegt dir im Shop besonders am Herzen und gibt es ein Produkt, das du aus eigener Erfahrung jeder Mutter unbedingt ans Herz legen würdest?

Das ist eine schwierige Frage. Wir haben uns entschieden, nur Marken zu verkaufen, die uns auch selber richtig gut gefallen! Ich kann dir aber meine letzten drei Favoriten nennen: unsere Zusammenarbeit mit Lab (Wäschemarke), der Bambi Mini-­Stuhl von Elements Optimal und im Modebereich die Herbst-­Winter Kollektion von Hundred Pieces.

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