Digitale Erziehung von Kindern, Smartphone, Fernsehen und Co. Tipps und Empfehlungen
Kolumne

Mamatalk - Verflixte digitale Welt

18/04/2016 von Berit

Wie komme ich an diesem Thema nur vorbei? Wie tabu sind Smartphones, Fernseher und Co? Jeder hat da wohl seine eigene Herangehensweise...

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Ich hab jetzt schon Angst vor dem Moment, wenn mein Sohn mich fragt, wann er ein eigenes Handy bekommt. Bis dahin wird es hoffentlich noch etwas dauern, aber ich muss wohl irgendwann akzeptieren, dass unsere Kinder in einer digitalen Welt aufwachsen.

Am liebsten würde ich Smartphones, den Fernseher, Schokolade und Leberwurst komplett aus diesem noch so unbefleckten Leben verbannen. Aber ich bin natürlich realistisch genug, um zu wissen, dass alles was tabu ist, nur umso begehrter wird. Also bin ich ziemlich moderat, was Zucker und Fleisch angehen. Bewegte Bilder fürs Kind, nur damit sich die Eltern ein bisschen Freiraum erkaufen können, verbiete ich mir aber völlig.

Ich verliere den Glauben mittlerweile schon beim Restaurantbesuch, wenn Eltern sich anscheinend seit neustem  prophylaktisch bei ihren Tischnachbarn entschuldigen, weil es ihnen dann doch etwas peinlich ist, dass der Dreijährige nur noch mit dem Smartphone in der Hand isst. Mittlerweile scheint eine ganze Generation heranzuwachsen, die überhaupt nicht mehr weiß, wie man sich beschäftigt oder lernt, Langeweile zu ertragen.

Natürlich bin ich keine Heilige und erwische mich oft genug mit dem dummen Ding in der Hand, während mein Kind um mich herum wuselt. So viel zum Thema Vorbild sein. Dass Fotos beim Anschauen gewischt werden, weiß man bei uns im Haus auch schon mit einem Jahr. Ein kleines bisschen gruselig, aber auch faszinierend zugleich, wird es dann schon, wenn die kleinen Händchen plötzlich auf dem TV-Bildschirm (natürlich ausgeschaltet!) anfangen rumzustreichen. Das Ganze ist ab einem gewissen Punkt natürlich unaufhaltsam und das Kontaktverbot wird nicht mehr allzu lange aufrechtzuerhalten sein. Aber bitte nicht, um jemanden ruhigzustellen und aus den Füßen zu haben.

Umso schockierter und peinlich berührt war ich natürlich bei all meinen guten Vorsätzen und Verurteilungen, als ich letzte Woche aus dem Nebenraum nur ein dunkles HALLO, HALLO! Ist da jemand? Hier ist die Feuerwehr! vernahm. Ich war kurz aus der Tür, als jemand im Wohnzimmer wohl mal wieder angefangen hat, zu wischen. Dabei muss auf meinem Smartphone, das irgendwo lag wo es nicht liegen sollte, irgendwie der Notruf aktiviert worden sein. Typisch, dass das gerade mir passiert. Vor allem, weil meine Mutter mir immer noch gerne mit der alten Geschichte in den Ohren liegt, als ich als Kind aus Versehen die Polizei angerufen habe, die das gar nicht so lustig fand. Dabei wollte ich einfach nur meine Freundin Sandra anrufen und es ist mir bis heute schleierhaft, wie aus einer 1457 eine 110 wurde. Na ja, Drehwahlscheiben…

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