Das Restaurant MUSE in berlin
Food Lifestyle

Vom Supper Club zum Restaurant – Das MUSE in Berlin

24/11/2013 von Anja

Für Caroline und Tobias vom Thyme Supper Club ist im vergangenen August aus einem Hobby eine Profession geworden. Zusammen mit zwei Freunden eröffneten sie ihr erstes Restaurant im Herzen des Berliner Prenzlauer Bergs.

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Vor rund anderthalb Jahren habe ich zum ersten Mal einen Supper Club besucht. Für all diejenigen, die noch nicht in den Genuss einer solchen Veranstaltung gekommen sind, sei erklärt, dass hier Leute für andere Leute in ihrer privaten Wohnung meistens ganz hervorragende Köstlichkeiten kochen.

Ich hatte Glück weil ich im Essszimmer von Carolin und Tobias landete, die dort mit ihren Thyme Supper Club einmal im Monat ein Festessen veranstalten. An diesem besagten Abend haben die beiden sich wortwörtlich in mein Herz gekocht. Ich erinnere mich noch an einen weinseligen Satz, der mir im Anschluss an die damaligen 12 Gänge (ja so viele waren es inklusive Zwischengängen!) über die Lippen kam: Wer so gut kocht und bewirtet, der MUSS ein Restaurant eröffnen.

Im vergangenen August machten Caroline und Tobias ernst und setzten meine Prophezeiung in die Tat um. Mitten im Berliner Prenzlberg eröffneten sie zusammen mit Kristi und Dave, die seit 2011 den Zuhause Supper Club veranstalten, ihr erstes Restaurant MUSE. Das Konzept: Tagsüber Lunch, abends zweimal in der Woche ein Supper Club und in Zukunft zusätzliche Abendveranstaltungen mit anderen Köchen aus aller Welt.

Ich traf Caroline auf ein super-leckeres Chicken-Sandwich mit weltbesten selbst gemachten Fritten (Gruß in die Küche an Dave!) im MUSE, um mit ihr über das Abenteuer Restaurant zu sprechen.

Ich glaube du hast mir noch gar nicht erzählt, wie ihr damals überhaupt auf die Idee gekommen seid, einen Supper Club zu starten.

Als wir in London wohnten, war es komplett normal für uns, regelmäßig für Freunde und Freunde von Freunden zu kochen. Da saßen manchmal 15-20 Leute am Tisch. Als wir nach Berlin kamen, kannten wir zunächst niemanden.  Also haben wir angefangen einfach für Fremde zu kochen.

Hattet ihr Bedenken, dass sich mit dem Schritt von den eigenen vier Wänden zu einem richtigen Restaurant etwas verändern könnte?

Natürlich. Für uns war aber irgendwann einfach klar, dass sich etwas ändern muss. Wir waren  überfordert mit der großen Nachfrage zu unseren Supper Club Abenden. Auf Dauer ist es kein schönes Gefühl, wenn man ständig Leuten absagen muss, weil pro Platz 20 Leute in der Warteschleife hängen.
Also haben wir den Entschluss getroffen, aus unserem Hobby einen Beruf zu machen. Wichtig ist für uns, dass auch im Restaurant eine persönliche Atmosphäre herrscht und dass unsere Gäste, wie bei uns zu Hause, auch hier gemeinsam an großen Tischen essen.

Habt ihr befürchtet, dass es für neue Gäste erst mal ein Problem sein könnte, mit fremden Menschen eng beieinander am Tisch zu sitzen?

Vielleicht ist es bei unserem Mittagstisch ungewohnt für manche. Aber unsere Abendveranstaltungen finden ja explizit als Supper Club Event statt und da wissen unsere Gäste, was sie erwartet. Sicherlich ist das Konzept nicht für jedermann, aber das kann ja vorher jeder selbst für sich entscheiden.

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Wie lange hat es gedauert, bis hier alles so aussah, wie ihr es euch vorgestellt habt?

Wir waren echt schnell. Als wir das erste mal hier herein kamen, sah alles komplett anders aus. In nur anderthalb Monaten haben wir den Laden in unser Restaurant verwandelt. Jeder durfte seine Wünsche mit einbringen. Ich wollte unbedingt die Backsteine an der Bar, Tim die weißen Kacheln an der Wand, Kristi die Lampen über den Tischen und Tobias hat Stühle aus alten Sitzungssälen organisiert, weil er sie so bequem fand. Das war echtes Teamwork.

Apropos Teamwork, du wechselst dich mit Dave in der Küche regelmäßig ab. Wie ist es, wenn man vorher immer selber der Chef in der Küche war und plötzlich einen Partner am Herd hat?

Ich kann mir vorstellen, dass es für manche schwierig ist, aber bei uns geht das Hand in Hand. An manchen Abenden koche ich und Dave assistiert und an anderen machen wir es umgekehrt. Da versucht der eine dem anderen so gut es geht zu helfen.

Gibt es spezielle Kochbücher, die dich persönlich zu neuen Rezepten inspirieren?

Mein Lieblingsschriftsteller für Kochbücher ist Nigel Slater, weil das was er kocht total unprätentiös ist. Bei ihm geht’s nicht darum, dass alles perfekt aussehen muss, sondern, dass es perfekt schmeckt. Und trotzdem sind seine Gerichte wie ich finde ziemlich raffiniert. Besonders unser Mittagstisch ist von dieser Art zu kochen inspiriert.

Gibt es noch eine Herausforderung in der Küche für dich, etwas das du unbedingt noch perfektionieren willst?

Meine Backkünste will ich unbedingt noch verbessern. Wenn ich mehr Zeit hätte, dann würde ich wahrscheinlich zuerst einen Patisserie-Kurs besuchen. Mein Ziel ist, dass ich in den Kühlschrank schaue und ohne Rezept, aus dem was schon da ist, etwas Tolles backen kann.

Sag mir Bescheid wenn du soweit bist, ich stelle mich gerne als Versuchskaninchen zur Verfügung!


Reservierungen unter www.museberlin.com

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