Streetstyle Foto von The Stylograph Christian Viering mit Styling und weißem Rock mit Herzen
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The Styleograph - Wie denkt eigentlich ein Streetstyle Fotograf?

17/11/2013 von Berit

Christian Vierig mag das Wort Streetstyle eigentlich gar nicht. Trotzdem ist er weltweit auf den Straßen unterwegs auf der Suche nach einem Gefühl, einem Moment, einem Einblick oder einfach nur nach tollen Fotos.

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Die Straßen geben mittlerweile die Trends vor und das Schaulaufen hat sich während der Fashion Week vor die Zelte und Eventlocations verlegt. Oft sind die Look der It-Girls, Blogger und Redakteure zwar jenseits jeglicher Alltagsverträglichkeit, aber die Streetstyle Fotografen haben zumindest genug zu tun und wir viel zu gucken. Heute ist es fast zu einem Sport geworden, es vor die Linse der mittlerweile bekannten Fotografen zu schaffen. Wir wollten deshalb der Dynamik dieses Phänomens mal auf den Grund gehen und haben uns mit einem Berliner Streetstyle Fotografen unterhalten. Christian Vierig ist The Styleograph und muss wissen was vor und hinter der Kamera passiert.


Street Style Foto von The Stylograph - Rue de la Monnaie - Natalie! - Paris

Christian, wie und wodurch erweckt eine Person auf der Straße deine Aufmerksamkeit? Welche Kriterien, muss ein Look, bzw. eine Person erfüllen, um von dir fotografiert zu werden?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich entscheide eher aus einem Bauchgefühl heraus, intuitiv. Vielleicht nur ein kleines Detail oder einfach die Ausstrahlung der Person lassen mich dann klicken. Fakt ist aber, dass ich mich nicht um Trends kümmere. Ich interessiere mich schlichtweg nicht dafür. Viel wichtiger sind mir interessante Fotos mit interessanten Menschen, die sich nicht verkleiden, sondern ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Den einzigen Fokus auf den ich Wert lege, ist den Kopf frei zu haben, nicht zu beurteilen, sondern mich einfach leiten zu lassen.

Streetstyle-Fotografen sind häufig auf der ganzen Welt unterwegs - du selbst sagst auch, dass du die ganze Welt als dein Büro siehst – wo bist du am liebsten und warum?

Da, wo es warm ist… grundsätzlich. Schließlich ist man ja ständig draußen unterwegs. Aber ich mag ganz klar London sehr gerne, trotz hoher Regenwahrscheinlichkeit. Dort findet man einfach, auch Fashion-Week-unabhängig, an jeder Ecke spannende Fotomotive. Mailand und Florenz sind auch fantastisch. Ich finde Fotos von älteren italienischen Herren persönlich extrem spannend. Irgendwie versetzt mich das immer in eine andere Zeit, als man sich jeden Tag noch schick anzog. Ein Zelebrieren der Mode, täglich, beim Einkaufen, im Cafe oder auf dem Fahrrad.

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Gibt es einen Ort, der so etwas wie ein Garant für gute Bilder und viele Motive ist?

Fashion Weeks. Klar. Aber nach einem langen Fashion Monat (New York, London, Mailand, Paris) langweilt mich das dann auch irgendwie und ich will neue Orte entdecken, andere Menschen finden, unerwartete Motive schießen. In Barcelona am Strand, vorm Kolosseum in Rom, in den Straßen von Lodz oder auf dem Fahrrad in Kopenhagen. Ich lass mich gerne überraschen.

 

The Stylograph - Streetstyle Brunnenstraße - Izumi, Berlin + The Fortezza - Gilda, Florence

 

Mal abgesehen von den Fashion Weeks – hast du feste Anlaufstellen, an denen du nach Motiven suchst?

Flohmärkte, Ausstellungen, kulturelle/traditionelle Events bzw. Festivals, Showrooms, Store-Eröffnungen, Viertel mit coolen, kleinen Läden. Aber gerne fahre ich auch mit meinem Fahrrad durch die Gegend und versuche zu entdecken. Durchaus entspannend.

Wie siehst du den Stil auf den Straßen Berlins im Vergleich zu anderen Modestädten? Häufig wird ja gern gemeckert, dass in Berlin kaum guter Stil zu finden ist. Findest du diese Kritik berechtigt?

Grundsätzlich entspannt und leger. Ich persönlich kleide mich gerne schick, was ich leider eher selten in Berlin sehe. Hier trägt man lieber sportlich lässig, was cool ist, aber irgendwie teilweise sehr angepasst und trendorientiert wirkt. Ich mag es, wenn man mal etwas ausprobiert und dann auch damit cool ist bzw. nicht mit der Masse schwimmt. Aber auch, wenn man weiß, was einem steht und dies dann auch betont. Nicht krampfhaft Vintage trägt z.B., weil das vielleicht gerade Trend ist. Sowas findet man in Berlin durchaus weniger, was aus meiner Sicht Kritik durchaus nachvollziehbar macht.

Wie beeinflusst dein Job und das was du siehst deinen eignen Stil?

Bewusst tatsächlich gar nicht. Aber wenn ich meinen Stil mit vor ein paar Jahren vergleiche, dann ist da schon eine krasse Entwicklung zu sehen. Ich kaufe meistens intuitiv auf Reisen. Lege Wert auf wenige hochwertige Kleidungsstücke. Mein Stil ist eher klassisch-schick. Sozusagen eine Quintessenz der Inspiration durch meinen Job.

 

www.thestyleograph.de

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