Elternzeit mit Papa in der Mama Kolumne
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Mamatalk - Wer ist die Beste im ganzen Land?

24/11/2015 von Berit

Papazeit gegen Mamazeit - Der ständige Kampf um neue Rollenverteilungen, Lorbeeren, Anerkennung, Ruhm und Ehre

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Diskussionen zur Rollenverteilung können mir gestohlen bleiben. Natürlich hat der Mann innerhalb der Familie heute eine andere Position und Aufgabe. Aber man kann sagen was man will, es sind nun einfach mal die Frauen, die dieses kleine Familienunternehmen in den eigenen 4 Wänden stemmen. Sie pausieren im Job, fahren ihre Karriere zurück, bleiben immer wieder zuhause, wenn die Kinder später krank werden. Dafür bekommen sie natürlich die uneingeschränkte Liebe ihrer Kinder und mit ein bisschen Glück auch den Respekt ihres Partners. Nur wer selbst in der Situation ist weiß, dass ein verschmitztes Lachen, ein feuchter Kuss und die regelmäßigen Schmusemomente wirklich alles aufwiegen.

Auch ich lasse mich damit gerne jeden Tag aufs Neue bestechen und freue mich insgeheim, dass ich bei meinem Baby die unangefochtene Nummer Eins bin und ständig ein kleines Etwas am Rockzipfel hängen habe. Gerechtigkeit muss schon sein. Ein Vater muss sich die Lorbeeren schließlich auch erst mal verdienen. Zur Verteidigung meines Freundes muss ich sagen, dass dieser Monat ein ganz besonderer Monat ist – 4 Wochen Elternzeit für den Papa. So weit ist es mit der Chancengleichheit in unserem Hause zumindest schon gekommen.

Am ersten Tag gehen wir, wie so oft, auswärts essen. Die regelmäßigen Restaurantbesuche haben wir uns bisher nicht nehmen lassen und in den ersten Monaten waren wir dabei auch immer noch ziemlich ungestört mit einem schlafenden Säugling im Kinderwagen. Aber mittlerweile hat sich das Zeitfenster fast geschlossen. Mit 7 Monaten kann man davon ausgehen, dass Mads, wie auch an diesem Nachmittag, immer genau dann aufwacht, wenn das Essen kommt. Da er noch nicht alleine im Kinderstühlchen sitzt, turnt er abwechselnd auf unserem Arm herum. Mein Freund nimmt seinen Einstand jedoch sehr ernst, so dass ich heute in Ruhe zuerst essen darf und die beiden Jungs in der Zwischenzeit mit Servietten, Löffeln und Brot spielen. Als er mit Essen an der Reihe ist, muss ich mit einem mittlerweile ungeduldigen und hungrigen Baby auf dem Schoß kämpfen, das sich lauthals über unseren Dinner-Egoismus beschwert. Ich gebe Mads schnell wieder an den Papa zurück – ist ja schließlich heute sein Tag. Als ich vom Bezahlen zurück komme, hat sich in meiner Abwesenheit mit dem Nachbartisch eine nette Unterhaltung entwickelt und ich frage später, wie die eigentlich zustande kam. Stolz berichtet mein Freund, dass die Dame von nebenan es sich nicht hat nehmen lassen, in dem Moment als ich vom Tisch verschwunden war, ihr Observationsergebnis kundzutun. Entschuldigung, dass ich sie anspreche. Der Kleine ist aber schon ein Papa-Kind, oder?

Ich breche fast lachend zusammen. Da gebe ich mir so viel Mühe und der Papa fährt die ganze Anerkennung ein.

 

Erschienen im Wortex, Beilage des Luxemburger Wort

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