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Mamatalk - Im wahren Leben angekommen

25/01/2016 von Berit

Lange habe ich darauf hingefiebert. We are back on track. Mama und Papa haben Ausgang, zum ersten Mal, und ich glaube, es wird ein wahnsinnig toller Abend!

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Bevor ich mit dem Kopf überhaupt in der Nähe vom Kinderkriegen war, stellte ich mir meine Rolle als Mama mit Familie natürlich komplett anders vor. Zum Glück weiß man erst im Nachhinein, dass man völlig falsch lag und dann ist es plötzlich sowieso egal.

Viele Freiheiten wollte ich strikt versuchen, nicht aufzugeben, mich nicht in den Schraubstock klemmen lassen, Arbeit und mein ganz persönliches Ich bloß nicht beschneiden lassen.

Aber nach nur kurzer Zeit mit Kind wird man schon weich - und das ist gut so. Perspektiven verschieben sich, Barrieren verschwinden und Prinzipien lösen sich auf. Hört sich fast so an, als würde man zu einem willenlosen Etwas, das zu allem nur noch JA und Amen sagt und sich fatalistisch in sein Schicksal ergibt. Aber ganz im Gegenteil. Man wird endlich geerdet und weiß plötzlich was wichtig und falsch ist. Und oh Wunder, es tut nicht weh. Man kann sich manchmal sogar fast gar nicht mehr daran erinnern, dass man ernsthaft an seiner 40-Stunden Woche festhalten wollte, weil doch sonst die Karriere und Selbsterfüllung den Bach runter gehen. Welche Karriere, welche Selbsterfüllung….?

Plötzlich scheint einem die Reise durch Mexiko, die man immer noch mal vorhatte, doch ein bisschen kompliziert mit Kind und man freut sich auf eine Woche Pauschalurlaub auf den Kanaren. Dass man an Silvester schon vor Zwölf einschläft, bringt bestimmt auch kein Unglück fürs neue Jahr und dass immer just an dem Tag, an dem mal was richtig Schönes mit seinen Mädels geplant hat, die nächste Magen-Darm-Grippe aus der Kita zuschlägt, lässt mich auch nur noch ein seufzendes TYPISCH herausdrücken.

Aber wenn dann endlich nach ein paar Monaten dieser eine Abend ansteht, an dem Mama und Papa zum ersten Mal abends wieder alleine ausgehen wollen. Nichts Spektakuläres, einfach ein schönes Dinner zu zweit und der ein oder andere Cocktail in der Bar um die Ecke. Schon mehrfach verschoben, wegen diversen Krankheitsausfällen von Babysitter und Kind. Dieses erste Mal, das man sich dann doch ein kleines bisschen aus Prinzip vorgenommen hat. Nur um sich zu beweisen, dass man es noch kann.

Man läuft die Straße runter, Händchen haltend, und fühlt sich für einen kurzen Moment ganz beseelt und ein bisschen leichter. Schlechtes Gewissen gibt es keins, denn man will ja keine von diesen Klammereltern sein, die nur mit einem ganz unguten Gefühl auch mal an sich denken.

Aber plötzlich kann der Mann Zuhause dann doch die Soße besser würzen, als der Italiener, die Gespräche werden viel zu ernst und zu laut, weil man selten nur noch dazu kommt, auch mal ein paar wichtige Beziehungsthemen anzusprechen. Der Wein macht viel zu schnell müde und am Schluss heißt es dann nur noch: Cocktail oder heim? Ach irgendwie bringt uns der Absacker jetzt auch nicht mehr weiter. Morgen müssen wir eh wieder früh raus… Um 22 Uhr sind wir Zuhause und freuen uns auf unser Bett. Das Baby schläft friedlich und hat nichts von dem kleinen Ausflug seiner Eltern in die Zweisamkeit mitbekommen.

Irgendwie hat sich dann doch alles verändert und das ist immer noch gut so.

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