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Kolumne Lifestyle

MAMATALK - Der alltägliche Spielplatz(alb)traum

16/06/2016 von Berit

Der Sommer bringt seine Herausforderungen mit sich, denn der wilde Westen liegt direkt vor der Haustür.

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Schwer zu glauben, dass ich das gute Wetter mal verfluchen werde. Denn wenn die Sonne scheint, führt nachmittags kein Weg am Spielplatz vorbei.

Falsch gesagt, denn leider führt sogar jeder Weg unausweichlich auf den Spielplatz. Wir Großstädter haben einfach viel zu kleine Wohnungen mit viel zu kleinen Balkonen und schon gar keinen Garten, um den Kindern irgendeine Alternative zu bieten. So geht es natürlich fast allen und deshalb sind die Spielplätze spätestens ab 16 Uhr so überfüllt, dass man vor lauter Gewusel sein eigenes Kind schnell aus den Augen verliert. Wobei das Schlimme an ein paar Stunden auf dem Spielplatz natürlich keinesfalls die vielen Kinder, sondern eher ihre Eltern sind.

Generell herrscht auf dem Spielplatz die Wildwestregel: Deins ist natürlich auch meins, überall darf sich bedient werden. Denn mit 100 prozentiger Sicherheit ist das Spielzeug der anderen Kinder immer interessanter als das eigene, das Mutti ab jetzt auch gar nicht mehr mitschleppt. Das Problem ist nur, dass Teilen natürlich das Letzte ist, auf das ein Kleinkind Lust hat. Hier kommen nun die Eltern ins Spiel, die man in verschiedene Typen einteilen kann. Manche sind wirklich noch peinlich berührt von der rüden Ich-Nein-Meins-Phase ihres Kindes, andere sind der Meinung, dass Zweijährige das bitteschön selbst untereinander klären sollen. Wobei die einen auf Kommunikation hoffen, die anderen den mittelschweren Gewaltausbruch ihres Kleinen auch gerne mal ignorieren.

Aber die Königsdisziplin für die Nerven ist immer noch der Wasserspielplatz. Hier reden wir nicht nur von einem bisschen dreckigem Sand, sondern einer gehörigen Menge Matsch. Wasser zieht Kinder schließlich magisch an. Wobei ich mit großer Sicherheit sagen kann, dass ich mittlerweile eine großen Bogen um Spielplätze mit Wasserpumpe, Springbrunnen und Co. mache. Denn passe ich einmal nicht auf, steht mein Kleiner plötzlich seelenruhig unter dem Schaufelrad und schaufelt sich mit jeder Drehung eine volle Ladung Wasser über den Kopf. Damit hätte ich trotz Bewölkung und kühlen 15 Grad noch nicht das größte Problem gehabt. Am besten war die Mutter eines anderen Kindes, die noch seelenruhiger daneben stand und dem Schauspiel zuschaute. Als ich panisch angerannt kam, war der einzige Kommentar zu mir: „Ich dachte mir schon, dass das wahrscheinlich nicht Sinn der Sache war.“
Ach nee meinst du wirklich? Wir duschen hier eigentlich jeden Tag. Aber danke für deine Sorge…

Und jetzt sitze ich hier, an einem Montagmorgen, habe einen Berg Büroarbeit vor mir liegen und fühle mich gestresst, weil ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ganz plötzlich freue ich mich wahnsinnig auf meinen Feierabendnachmittag, den ich endlich wieder in der Sonne auf dem Spielplatz verbringen kann, wo ich mich den richtig wichtigen Dingen des Lebens widmen darf. 

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