Mama-Kind-Kolumne über die ersten Worte und das Erlernen von Sprache, Tipps und Empfehlungen
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MAMATALK - Blablabla, was ist los? Was ist das?

29/08/2016 von Berit

Die kleine Schnute steht nicht mehr still. Aber wo Freude ist, ist auch viel Frustration...für alle Beteiligten...

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Und auf einmal sind sie da. Die ersten Worte. Aus Dada wird plötzlich Traktor, Bagger und Kran und eh man sich versieht, blubbert der Kleine mich von morgens bis abends (und manchmal auch nachts) mit Kauderwelsch voll, ohne dass ich oft auch nur den blassensten Schimmer habe, was er eigentlich von mir will.

Dabei gehören Meins, Nein und Mehr natürlich immer noch zu den Lieblingswörtern, die ich leider nur allzu gut verstehe. Aber warum bloß heißt Affe immer noch Papa und wieso passt Kacka anscheinend irgendwie immer?

Nach dem Laufen lernen ist die Sprache eine wirklich einschneidende Errungenschaft im Leben eines Kleinkindes und natürlich auch seiner Eltern. Die Wünsche müssen nicht mehr nur von den Augen, bzw. den Tränen abgelesen werden, sondern können einfach rausgebrüllt werden. Aber Fortschritt geht auch immer mit Frustration einher, so dass die Freude über den neuen Kontakt zur Außenwelt auch gerne mal in großer Schreierei endet, wenn das Gegenüber einfach nicht wie erwartet regiert. So werden einem die Kekse um die Ohren gehauen, wenn eigentlich nach Käse verlangt wurde oder die Gurke ausgespuckt, wenn man doch einfach nur gucken wollte.

Wenn dann gar nichts mehr passt, treten die ersten energischen Wutanfälle auf den Plan und ich hätte nicht gedacht, dass ich so früh in einer Kolumne schon die erste Trotzphase ins Spiel bringen muss. Denke ich zu 80% am Tag, dass ich einfach das wunderbarste und süßeste Kind überhaupt habe, hat sich die restlichen 20% Mr. Hyde geschnappt. Dann sitze ich einfach nur da, starre in ein hochrotes Gesicht, lasse mich kratzen und treten und habe mich im Leben noch nie machtloser gefühlt. Jedes Gehaue wird vorher schon wohlweislich mit einem Aua angekündigt und lässt sich auch durch keine noch so gut gemeinte Tröstung verhindern. Ich habe viel von diesen Müttern gehört und gesehen, die hilflos im Supermarkt auf ein schreiendes Bündel am Boden blicken. Und ich kann mittlerweile selber sagen, dass man einfach in eine Starre mit Tunnelblick verfällt, die mich meine Umgebung völlig vergessen lässt. Peinlich ist mir in diesen Situationen sowieso nichts mehr, denn ich bin ja schließlich extrem beschäftigt damit, einfach nur zu hoffen, dass es bald vorbei ist.

Und ehe man sich versieht, sagt man plötzlich das Zauberwort Käse, von einer Sekunde auf die andere ist die Welt wieder in Ordnung und keiner von uns beiden kann sich erinnern, wie das Ganze überhaupt angefangen hat. Klappt nicht immer, aber mit Käse fängt man ja bekanntlich Mäuschen. 


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