Der perfekte Umzug - Tipps, Checkliste, Ablaufplan, Preise, Umzugsunternehmen finden, Empfehlungen, richtig packen usw
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Der perfekte Umzug - Dieser Experte weiß, wie man richtig packt

24/08/2016 von Berit

Wie viele Kisten brauche ich eigentlich? Wie groß muss mein LKW sein und was kann ich beim Umziehen eigentlich alles falsch machen? Mein heutiger Gast hat schon unzählige Umzüge durchgeführt und organisiert und weiß, wie man wenig Chaos am Tag X verbreitet

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Wie oft zieht der Mensch wohl durchschnittlich in seinem Leben um? Bei mir steht nun der 5. Umzug ins Haus und dieses Mal soll alles etwas professioneller ablaufen. Nach dem Studium habe ich mir einfach ein paar starke Freunde geschnappt, für die Landung in Berlin drei motivierte Kerle im Internet ersteigert, aber ein Umzug mit der ganzen Familie sollte wirklich so wenig Arbeit wie möglich machen.

Vor ein paar Tagen hat mir deshalb Herr Nikodym von der Firma zapf Umzüge einen Besuch abgestattet, um nicht nur das Volumen unseres Hausrats zu schätzen, sondern mir auch ein paar wertvolle Tipps an die Hand zu geben. Er ist wirklich Profi auf seinem Gebiet. Weil er selbst viele Jahre aktiv Umzüge begleitet hat, weiß er natürlich genau, worauf es beim Packen und Transportieren ankommt. Mittlerweile sitzt er auf dem Sofa von Bundespräsidenten und Schauspielern oder überlegt sich, wie man am besten für einen DJ 300 Kisten mit Schallplatten nach China verschifft.

Ein renommiertes Umzugsunternehmen, wie die Firma zapf, kümmert sich um die Absperrungen vor dem Haus und taktet den Zeitplan haargenau. Wer wie wir in ein komplett neues Haus einzieht, sollte sich mit den anderen Parteien abstimmen, damit nicht alle am gleichen Tag einziehen und sich gegenseitig den Aufzug blockieren. 3 Wochen vorher muss der genaue Termin schließlich durchgegeben werden, damit die Halteverbotszone rechtzeitig beim Amt angemeldet werden kann (Genehmigung dauert 8-10 Tage). Mindestens 72h vorher werden dann die Schilder aufgestellt. Das sind nur ein paar Dinge, um die ich mich, dank der Beauftragung eines großen Umzugsunternehmens, nicht mehr kümmern muss.


Aber das Packen! Mir graut es jetzt schon davor! Sie haben doch bestimmt ein paar gute Tipps, wie ich Chaos vermeide und wirklich effizient zum Ziel komme?

Natürlich ist die richtige Vorbereitung das A und O. Und generell gilt, dass alles, was in einen Karton passt, auch verpackt werden soll. Das Problem fängt oft schon bei der Wahl der Kartons an. Hier sollte man wirklich nicht am falschen Ende sparen und dünne Pappe aus dem Baummarkt kaufen. Sie lässt sich am Ende sowohl schlecht tragen, als auch nicht stabil stapeln. Die Kartons müssen fest sein, zwei Griffe haben und sollten nur mit 20-25 kg beladen werden. Schwere Gegenstände kommen nach unten, Zerbrechliches immer zusammen in einen Karton. Für Bücher, Ordner oder Fotoalben spezielle Bücherkartons verwenden. Das Beschriften am Schluss nicht vergessen und daran denken, dass man immer auf die seitlichen, kurzen Seiten schreibt. Alles was oben drauf notiert ist, sieht man nach dem Stapeln natürlich nicht mehr!

Haha, genauso ein Spezialist bin ich ja.

Ja, es gibt wirklich ein paar Dinge, die einem Stress ersparen. Man darf den Zeitaufwand, und vor allem die Anzahl der benötigten Kartons, nie unterschätzen. Pro Person kann man mit ca. 30 Kartons kalkulieren. Es macht auch keinen Sinn erst 3-4 Tage vorher anzufangen. Am besten räumt man sich irgendwann eine Stelle in der Wohnung frei und beginnt dort, die fertig gepackten Kartons zu stapeln. Man darf auch Sachen teilweise in Koffer, Taschen oder Tüten verstauen. Die kann man im LKW gut in die Löcher stopfen. Am Schluss sollten wirklich nur noch die großen Möbelstücke, wie Sofa, Schränke und Matratze frei im Raum stehen. Am Tag vor dem Umzug alle wichtigen Sachen, die man noch für die Nacht oder den nächsten Morgen braucht, zur Seite legen. In Ruhe, die letzten losen Dinge verpacken und am Umzugstag am besten Tiere und Kinder irgendwo anders unterbringen.

Was kann man sonst noch falsch machen?

Viele bauen alle Möbel bis aufs kleinste Regalbrett komplett ab. Mehr Einzelteile bedeutet aber auch, dass man öfters laufen muss. Wir kommen immer mit einem wirklich großen LKW, egal wie kurz die Strecke ist, so dass wir auch große Möbelstücke am Stück gut verstauen können. Die Schränke einfach leer machen und bitte nicht mit Klebeband zukleben. Das hinterlässt wirklich böse Spuren. Einfach mit einem Band zubinden. 

Und ich würde behaupten, dass es für einen Laien nicht möglich ist, selbst einzuschätzen, welche Größe am Ende der LKW haben muss, um alles unterzubringen.

Wenn ich mal ein Buch schreibe, dann heißt der Titel mit Sicherheit: Wir misten noch aus! Das ist mein Lieblingsspruch, wenn ich den Kunden meinen ersten Besuch abstatte und ihr Volumen schätzen soll.“

Torsten Nikodym - Zapf Umzüge



Ordnung ist das halbe Leben

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Apropos LKW. Das Verladen in den LKW ist ja ein regelrechtes Tetris-Spiel. Wenn ich selbst packe, gibt es einen Profi-Tipp, wie ich den Laderaum am effektivsten fülle?

Man packt in der Reihenfolge ein, wie man die Sachen am liebsten auch beim Ausladen in der neuen Wohnung verstauen möchte. Zuerst müssen die Kartons aus dem Weg, die ja auch am besten stapelbar sind. Danach hat man wieder genügend Platz in der Wohnung, die Möbel zu rangieren. Die werden nachher auch wieder als erstes aufgebaut. Die Lücken, wie schon erwähnt, immer noch mit Tüten stopfen. Läuft der Umzug innerhalb der Stadt ab, muss man nicht ganz so dicht laden. Geht die Fracht aber in der Fernverkehr oder sogar nach Übersee, muss alles bis auf den letzten Millimeter fest und sicher sein.

Irgendwie denke ich zwischendurch manchmal, ich sollte vielleicht doch das Geld für ein Umzugsunternehmen sparen und alles in Eigenregie durchführen. Was übersehe ich dabei vielleicht, was sie mir sonst noch alles abnehmen können?

Rein theoretisch können wir unseren Kunden natürlich alle Wünsche erfüllen. Wenn man will, kann man rein gar nichts mit der ganzen Arbeit zu tun haben. Wir kommen, packen ein, verladen, packen aus und stellen alles auf seinen Platz. Wir bringen die neuen Lampen an oder lassen Dübel und Löcher in der alten Wohnung verschwinden.

Ich glaube, für mich selbst kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand anderes meinen ganzen Kram packt.

Kein Problem. Dann alle Kisten einfach soweit vorbereiten und wir bauen vor Ort auf jeden Fall die großen Möbelstücke ab und verpacken oder sichern sie mit Decken, Luftpolsterfolie oder Pappe. Wir schützen die Böden mit Rollfilz und garantieren, dass jeder qm³ mit 620,- Euro versichert ist. Je nach wertvollem Besitz kann der Wert natürlich auch erhöht werden.
Wir führen auch ein Bestandsprotokoll und notieren, wo vorher vielleicht schon Kratzer waren. Nach vollendetem Umzug gibt es dann eine gemeinsame Abnahme, um sicher zu gehen, dass jedes Stück auch unversehrt angekommen ist.

Wenn ich mich also jetzt dazu entscheide, auf jeden Fall ein professionelles Umzugsunternehmen zu engagieren, würde ich ja zuerst einmal unterschiedliche Angebote vergleichen. Wie blicke ich durch und erkenne, ob ein Preis realistisch ist?

Es sollte wirklich jeder Posten im Detail aufgeführt werden, damit später keine Missverständnisse entstehen, welche Leistung nun wirklich inkludiert war und welche nicht. War die Montage mit drin oder wollte ich sie überhaupt, bekomme ich Verpackungsmaterial zur Verfügung gestellt usw. Die eingeschätzten qm³ vergleichen und überlegen, ob ich einen Festpreis möchte - dann im Kleingedruckten lesen, ob die Stunden begrenzt sind - oder einen verbindlichen Höchstpreis ausmachen. Hier besteht die Möglichkeit, dass weniger verbrauchte Stunden wieder abgezogen werden können. Egal was passiert, ist der Preis fix.

Immer auch die Bewertungen der einzelnen Unternehmen im Internet checken und die Bezahlung erst nach Entladung und Leistung abwickeln. Wenn unser Kostenvoranschlag bei ihnen ins Haus flattert, legen wir auch immer noch mal eine Checkliste für den Umzug mit dazu, Infos, wo sie sich ummelden müssen und auch einen kleinen Ratgeber, wie und wo sie den Umzug bei der Steuer als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen können.

Hierzu noch ein wirklich praktischer Tipp: Da bei uns immer erst nach Abwicklung des Umzugs mit EC-Karte bezahlt wird, sollte man nicht vergessen, seinen Verfügungsrahmen für diesen Tag zu erhöhen.

Na das hätte ich jetzt mit Sicherheit nicht auf dem Schirm gehabt!

Am Schluss noch eine wichtige Frage in eigener Sache: Vorher oder nachher ausmisten?

Wenn ich mal ein Buch schreibe, dann heißt der Titel mit Sicherheit: Wir misten noch aus! Das ist mein Lieblingsspruch, wenn ich den Kunden meinen ersten Besuch abstatte und ihr Volumen schätzen soll. Vor allem, weil er in 99% der Fälle nicht umgesetzt wird. Deshalb kalkuliere ich immer gleich schon ein paar Kisten mehr ein. Die kann man ja später immer wieder abziehen.

Man muss sich halt im Klaren sein, dass man den Ballast letztendlich unnötig mitschleppt. Natürlich wäre es besser, vorher auszumisten, aber das schaffen die Wenigsten. Wir machen übrigens auch Kellerentrümplungen, haha!

 


Meine Rede, Vorbereitung ist natürlich alles! Ich bin selbst gespannt, ob ich in ein paar Wochen, all diese Expertentipps beherzige und der Umzugstag ein Happy Day wird. Wobei mit ein bisschen professioneller Hilfe ja eigentlich gar nichts schief gehen kann. Ich werde berichten...

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